Technische Details und physikalische Grundlagen der Horizontalsperre-Systeme
Ein Blick hinter die Kulissen verrät, nach welchem Wirkprinzip moderne Horizontalsperren-Systeme aufgebaut sind
und welche unterschiedlichen Verfahren im Detail möglich sind.
Die Ursache für aufsteigende Feuchtigkeit ist der Kapillareffekt.
Der Kapillareffekt entsteht durch winzige Kapillaren im Mauerwerk – mikroskopisch kleine Hohlräume in Ziegel oder Beton –, durch die Wasser aus dem Erdreich selbstständig nach oben steigt. Je feiner diese Kapillaren sind, desto stärker wirkt der Effekt und desto höher kann sich Feuchtigkeit ausbreiten. Ein ähnliches Prinzip nutzt die Natur: Bäume transportieren Wasser von den Wurzeln bis in die Krone ebenfalls über Kapillarkräfte. Feuchte Stellen im Mauerwerk entstehen dann, wenn Feuchtigkeitsquelle und Kapillareffekt zusammen wirken.
Das chemische Wirkprinzip hinter der Horizontalsperre
Sofern die Diagnose bei der Schadensanalyse an Gebäuden "aufsteigende Feuchtigkeit" lautet, ist eine chemische Horizontalsperre sehr wahrscheinlich die Lösung, um den Schaden zu beheben. Das Mittel wird über zuvor gebohrte, kleine Bohrlöcher ins feuchte Mauerwerk eingebracht. Das hochreine Trägeröl hilft durch den Kapillareffekt - Öl hat eine geringere Dichte als Wasser - dabei, den wasserabweisenden Imprägnier-Wirkstoff gleichmäßig in die feinen Poren zu transportieren. Nachdem das Öl diffundiert ist, entsteht eine extrem dünne, festhaftende Schutzschicht an den Porenwänden. Dadurch werden die Kapillarwände wasserabweisend, was bedeutet, dass Wasser nicht mehr gut an diesen „haften“ bzw. nach oben wandern kann.
Wann ist eine Horizontalsperre nötig und wie funktioniert sie?
In diesem Video erfahren Sie mehr über die Wirkungsweise unserer Horizontalsperre und wie diese effektiv dazu beiträgt, aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk aufzuhalten. Wir zeigen Ihnen, auf welchen bauphysikalischen Grundlagen unser System beruht und welche Vorteile es gegenüber anderen üblichen Methoden bietet.
Wie wirkt die Tobolin Horizontalsperre?
Bei handelsüblichen Systemen:
Kapillaren verstopfen
Viele herkömmliche Horizontalsperren arbeiten mit wässrigen, also wasserbasierten Systemen. Dabei werden in Wasser gelöste chemische Wirkstoffe in das Mauerwerk eingebracht. Durch das Eindringen von Kohlendioxid aus der Luft entsteht nach einiger Zeit ein gel-artiges Gemisch, das sich in den Kapillaren ablagert und diese verstopft. So soll der kapillare Wassertransport im Mauerwerk unterbrochen werden. Vom Grundgedanken her ist das durchaus sinnvoll – allerdings hat dieses Verfahren einen entscheidenden Haken: Mit wasserbasierten Mitteln gelangt immer auch zusätzliches Wasser in die Wand. Dadurch wird das Mauerwerk zunächst weiter durchfeuchtet, was zu längeren Trocknungszeiten und weiteren bauphysikalischen Nachteilen führen kann.
Nachteile:
- Zusätzliches Wasser gelangt in die Wand und steigert kurzfristig den ohnehin schon vorhandenen Feuchtigkeitsgrad in der Wand.
- Große Menge an Salzen gelangt in die Wand, lagern sich ein und beginnen Salzkrusten oder Salzausblühungen zu bilden. Diese sind meist hygroskopisch, d.h. sie ziehen wieder Wasser an und lassen so die Wand niemals ganz trocken werden.
Das innovative Tobolin-System:
Kapillaren werden chemisch verändert
Hier greift das Prinzip von Tobolin: Die Horizontalsperre arbeitet mit einer in Öl gelösten Wirkstoffkombination, die die Kapillaren nicht verstopft, sondern gezielt verändert. Unbehandelte Kapillaren sind wasseranziehend (hydrophil). Dadurch bewegt sich Feuchtigkeit ungehindert durch das Mauerwerk nach oben. TOBOLIN wandelt diese hydrophilen Kapillaren innerhalb der Einwirkzeit in wasserabweisende Kapillaren um. Das Wasser kann die offenen Kapillaren nicht mehr durchdringen, sondern perlt daran ab – vergleichbar mit einem Wassertropfen auf einem Lotusblatt. Das Trägeröl dient als Transportmedium und verdunstet nach einiger Zeit wieder aus der Wand. Zurück bleiben dauerhaft hydrophobe Kapillaren, die aufsteigender Feuchtigkeit zuverlässig vorbeugen.
Vorteile:
- Kein zusätzliches Wasser in der Wand aufgrund des ölbasierten Wirkstoffes.
- Unnötige Salzfracht in der Wand bleibt aus. Verhindert extra Wasseranziehung.
- Die Poren bleiben offen, um z.B. Wasserdampf aus der Wand entweichen zu lassen.
- Wärmedämmwert bleibt erhalten
TOBOLIN Handbuch als Hilfestellung
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Vorteile des Toboblin-Systems gegenüber anderen Horizontalsperren
Wasserbasierte Horizontalsperren im Vergleich zum Tobolin-System
Wasserbasierte Systeme: fördern weiterhin Salzfracht.
Tobolin-System: garantierte Salzfreiheit nach Anwendung.
Geringer Ausbreitungsradius wasserbasierter Systeme.
Hohe Ausbreitung durch Trägeröl beim Tobolin-System.
Wasserbasierte Systeme funktionieren bei feuchtem Mauerwerk nicht.
Tobolin-System auch bei hohem Durchfeuchtungsgrad einsetzbar.
Nachteile von Horizontalsperren mit Trichtersystem
Trichterbasierte Systeme sind in der Regel undicht und führen zu Materialverlust.
Tobolin-Sytem: leicht zum Einbringen und dichtet durch Unterdruck von selbst ab.
Wissenschaftliche Studie über Tobolin Horizontalsperre
Im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie wurde die Horizontalsperre von TOBOLIN mit einem bekannten Konkurrenzprodukt verglichen. Dabei wurden beide Erzeugnisse auch hinsichtlich der Effektivität ihrer wasserabweisenden Wirkung geprüft. Beide Produkte wiesen zweifelsfrei hydrophobe (wasserabweisende) Eigenschaften auf. Im Ausbreitungstest zeigten mit TOBOLIN behandelte Proben einen bis zu doppelt so hohen Abschirmungsbereich im Vergleich zu Proben, die mit dem Konkurrenzprodukt behandelt wurden.
Überprüfung auf wasserabweisende Eigenschaften
Als Vergleichsobjekte wurden gängige Kalksandsteine aus dem Baustoffhandel und Klinker im Reichsformat aus einem Abrissobjekt verwendet. Die Proben wurden entsprechend im Trockenofen vorbereitet, um reproduzierbare Laborbedingungen herzustellen. Anschließend wurden die Injektionsmittel in die Proben injiziert und mehrere Wochen an der Luft getrocknet. Nun wurden die wasserabweisenden Eigenschaften der behandelten Proben untersucht. Dazu wurden die Steine aufgesägt und mit einer Pipette Wassertropfen auf die Proben getropft. Beide Proben zeigten deutlichen Abperleffekt und waren somit wasserabweisend.
Bestimmung des Wirkradius
Um die Ausbreitungseigenschaften der Injektionsmittel zu bestimmen, wurden die Proben aufgeschnitten und der Tropfenbildungstest in verschiedenen Radien (Abständen) zur Injektionsstelle hin durchgeführt. Hierbei war der Abschirmeffekt von TOBOLIN bei manchen Proben bis zu doppelt so groß wie bei dem Vergleichsmittel.